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[ox] [ot:Linux-wertlos] In Worten



Torsten Wöllert, torsten_woellert web.de, kommentiert folgenden Absatz:

http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#11
(11)
Warum gelang aber einem finnischen Student, was einem ausgewachsenen
Projekt wie GNU nicht glückte? Die Antwort ist nicht so naheliegend
und einfach: Es lag am unterschiedlichen Entwicklungsmodell. Stallman
und die GNU-Leute hatten die klassische Vorstellung, daß ein
komplexes Programm wie ein Kernel nur von einem kleinen eingeschworenen
Team entwickelt werden könne, da sonst der Überblick und die
Kontrolle verloren gehen würde. Das hat Torvalds intuitiv auf den
Kopf gestellt. Ein Ausschnitt aus der inzwischen in die Geschichte
eingegangenen Tanenbaum-Torvalds-Debatte [7] verdeutlicht das. Tanenbaum
schreibt: »Ich denke, daß die Koordination von 1000
Primadonnas, die überall auf der ganzen Erde leben, genauso einfach
ist wie Katzen zu hüten ... Wenn Linus die Kontrolle über die
offizielle Version behalten will und eine Gruppe fleißiger Biber
in verschiedene Richtungen strebt, tritt das gleiche Problem auf. Wer
sagt, daß eine Menge weit verstreuter Leute an einem komplizierten
Stück Programmcode hacken können und dabei die totale Anarchie
vermeiden, hat noch nie ein Softwareprojekt gemanagt.« Torvalds
antwortet: »Nur damit niemand seine Vermutung für die volle
Wahrheit nimmt, hier meine Stellungnahme zu 'Kontrolle behalten' in 2
Worten (drei?): Habe ich nicht vor. [I won't]«

Kommentar:
http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#11.1
(11.1)
"Habe ich nicht vor." sind wohl eher vier Worte.

Torsten Wöllert, torsten_woellert web.de, kommentiert folgenden Absatz:

http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#21
(21)
Beide Regelkreise, der Produktionskreis und Konsumkreis, greifen
ineinander, sie bedingen einander. Es ist auch nicht mehr so selten,
daß sie in einer Person vereint auftreten. Das universelle
Schmiermittel und Ziel jeglichen Tuns ist das Geld. Noch einmal sei
betont: Die Notwendigkeit, Geld zu erwerben zum Zwecke des Konsums oder
aus Geld mehr Geld zu machen in der Konkurrenz, ist kein
persönlicher Defekt oder eine Großtat, sondern nichts weiter
als das individuelle Befolgen eines sachlichen Gesetzes, des
Wertgesetzes. Eine wichtige Konsequenz dieser Entdeckung ist die
Tatsache, daß unser gesellschaftliches Leben nicht von den
Individuen nach sozialen Kriterien organisiert wird, sondern durch einen
sachlichen, kybernetischen Regelkreis strukturiert ist. Das bedeutet
nicht, daß die Menschen nicht nach individuellem Wollen handeln,
aber sie tun dies objektiv nach den Vorgaben des kybernetischen
Zusammenhangs. Wie Rädchen im Getriebe.

Kommentar:
http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#21.1
(21.1)
Für mich wäre der vorletzte Satz etwas verändert aussagekräftiger: Das
bedeutet nicht, daß die Menschen nicht nach individuellem Wollen _und in
sozialen Zusammenhängen_ handeln, aber sie tun dies objektiv ...

Torsten Wöllert, torsten_woellert web.de, kommentiert folgenden Absatz:

http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#25
(25)
Das ist mit Freier Software anders. Der erste Antrieb Freier Software
ist die Nützlichkeit. Der erste Konsument ist der Produzent. Es
tritt kein Tausch und kein Geld dazwischen, es zählt nur eine
Frage: Macht die Software das, was ich will. Da die Bedürfnisse der
Menschen keine zufälligen sind, entstehen freie Softwareprojekte.
Auch hier geht es nicht um Geld, sondern um das Produkt. Es gibt keine
größere Antriebskraft als die individuelle Interessiertheit
an meinem guten nützlichen Produkt und der individuellen
Selbstentfaltung. Das weiß auch der Exekutor des Wertgesetzes in
der Produktion. Deswegen spielt der Spaß, das Interesse am
Produkt, auch in der geldgetriebenen Produktion eine wichtige Rolle. Es
ist nur so, daß die abstrakte Arbeit immer vorgeht. Letztlich
zählt eben nur, was hinten rauskommt – und zwar an Geld.

Kommentar:
http://www.opentheory.org/proj/linux-wertlos/v0002.phtml#25.1
(25.1)
"entstehen freie Softwareprojekte": Vielleicht diente es der Klarheit,
diese spezielle Verwendung des Wörtchens "frei" dadurch zu kennzeichnen,
dass man es immer mit großem Anfangsbuchstaben schreibt. So wie man ja
auch Freie Software schreibt. Wenn man dann von Freier Dokumentation oder
Freier Information spricht, sollte der Zusammenhang auch ohne große
Erklärungen klar sein.


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http://www.oekonux.de/



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